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KiT - Angewandte Kinesiologie in Thüringen & Oberfranken
Norbert Kasper
Schubertstraße 4
96231 Bad Staffelstein

 

Unser Gehirn

 

 

 

 

1. Hochleistungszentrale Gehirn

Die ca. 15 cm zwischen unseren Ohren sind durch eine Wundermaschine belegt, die mehr leisten kann als jeder Computer. Während Sie diese Zeilen lesen, verarbeitet diese Wundermaschine diese Buchstaben in Symbole der Information, wandelt sie in Wissen um und speichert sie ab, immer abrufbereit. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass alle unsere Körperteile funktionsfähig sind, sämtliche Körperbefehle jederzeit ausgeführt werden können und die Körpertemperatur stets im grünen Bereich ist. Sie reguliert die Verdauung, die Umsetzung der Brennstoffe in Energie und, und, und...

Und alles das in Mikrosekunden und rund um die Uhr. Unglaublich! Dabei beträgt das Gewicht des Gehirns nur 1/50 unseres Körpergewichts, aber es erhält fast 1/5 des zirkulierenden Bluts, verbraucht also 20% unserer Energie. Diese ca. zwei Fäuste große, 3 Pfund schwere und fetthaltige Gewebsmasse, ist die Grundlage aller menschlichen Leistungen. Unser Gehirn besteht aus 15 bis 100 Milliarden Nervenzellen - so der momentane Forschungsstand – und jede dieser Milliarden von Nervenzellen steht mit 2.000 bis 200.000 anderen Nervenzellen in Kontakt. Dieses gewaltige Netzwerk bildet unsere "Intelligenz" bzw. bestimmt die Qualität unserer Entscheidungen, die wiederum unser ganzes Leben bestimmen. Stellen Sie sich einmal ein Büro mit 15 Milliarden Sekretärinnen vor. Jede Sekretärin bedient eine Telefonzentrale. In Sekundenbruchteilen stellt sie Verbindungen zu bis zu 200.000 Kolleginnen her, holt Informationen ein, gibt sie weiter, trifft Entscheidungen aufgrund vorheriger Gespräche, speichert wichtiges ab und unterhält sogar zu manchen Kolleginnen eine "Standleitung".

Unser Gehirn hat zwei Hauptfunktionen: Unser Überleben zu sichern und Recht zu bekommen. Wir streben also i.d.R. immer nach Sicherheit und begehen oft benutzte Pfade. Je öfters wir Dinge tun, desto selbstverständlicher, leichter und automatischer laufen diese "Programme" ab. Vom Trampelpfad zur sechs-spurigen-Autobahn. Sicherlich kennen Sie das: Sie haben frei und wollen einkaufen fahren. Sie steigen ins Auto und los gehts. An der Ecke an der sie gewöhnlich zur Arbeit abbiegen, biegen sie automatisch in Richtung ihrer Arbeitsstelle ab, um etwas später festzustellen, dass ihr Autopilot sie in die falsche Richtung hat fahren lassen. Kennen Sie das? - Alte Muster, Autobahn...

Möglicherweise kommen ihnen ab und zu bzw. öfters folgende Gedanken wie "Ja, ja, wenn es so einfach wäre" oder "So ein Unsinn, natürlich muss ich ..." in den Sinn. Sie können an derlei Gedanken sehr schön erkennen, wie ihr Gehirn einmal eingefahrene Muster, Programme zu verteidigen versucht. Neue, gegensätzliche Informationen werden zunächst einmal mitleidig belächelt und möglichst schnell "abgewürgt", das erspart nämlich die genaue Überprüfung, denn diese könnte ja eventuell ergeben, dass das alte Muster nicht passt, und das wiederum würde Unsicherheit verursachen, einen Zustand also, den das Gehirn nun mal überhaupt nicht mag. Solange Sie ihr Gehirn nicht mit ihrem Willen steuern, wird es nur nach alten Mustern funktionieren. Mustern, die Ihnen Zwang und Druck einbringen. Deshalb hören Sie auf mit "Wenn das so einfach wäre" oder ähnlichem. Diese Denkweisen führen lediglich dazu, dass Sie nicht überprüfen, sondern weiterhin an Alteingefahrenem festhalten. Denken Sie immer daran: Sie reagieren nicht auf die Realität, sondern auf das, was ihr Gehirn aus der Realität macht!

 

 

2. Gehirnfunktionen

Funktionen der linken, dominanten Gehirnhälfte:

Funktionen der rechten, nicht dominanten Gehirnhälfte:

Kontrolle der rechten Hand, Hören, Zeitgefühl,
Teilen,
verbale und geschriebene Sprache, Umgang mit Zahlen, Analyse, Logik, Urteilen, Schlussfolgerungen, Regeln, Gesetze, linear, Anspannung, Introvertiertheit, Konvergenz, das Rationale, das Objektive, Anstrengung, Erlernen neuer Dinge, Beschäftigung mit Einzelheiten, Überleben, Angst und Schmerz, Glaubenssystem, Sitz des AIZ

Kontrolle der linken Hand, Körpersprache, Sehen, Raumgefühl, Musikverständnis, Initiative, Zusammenfügen, Synthese,
vernetzt,
Entspannung, Intuition und übersinnliche Wahrnehmung, Extrovertiertheit, Kreativität, Divergenz,
das Emotionale, das Subjektive,

auf sich zukommen lassen,
unbewusste Gewohnheiten, Betrachtung des Ganzen,
Einsichten und Ideen

Der typische "Denker"

Der typische "Träumer"

 

Vera F. Birkenbihl nennt Menschen, die nur eine Gehirnhälfte benutzen "Gehirnbesitzer". Diejenigen, die beide Hälften integrieren "Gehirnbenutzer".

Zu welcher "Gattung" gehören Sie?

 

Funktionen der vorderen Gehirnhälfte:

Funktionen der hinteren Gehirnhälfte:

Aktivierung der Muskulatur von Gesicht, Lippen, Kiefer und Zunge, Steuerung der Augenbewegungen, ZBAD = Zone bewussten assoziativen Denkens, Wahl, Veränderung,
keine Emotionen

 

 

 

 

 

Verarbeitung von aktuellen Empfindungen, Emotionen und Muskelaktivität als Reaktion darauf, Verarbeitung aller Wahrnehmungen durch das physische bzw. "geistige" Auge, Sitz des AIZ = Allgemeine Integrationszone (ca. 3-4 cm groß), Begrenzungen, keine Wahl, Überlebensmuster, Erinnerung, alte Muster, ca. 95-98% unserer Zeit verbringen wir hier

Machen Sie doch einfach einmal folgende kleine Übung zur Überprüfung ihrer persönlichen Hirndominanz! (Hier klicken)

 

 

 

3. Gehirnintegration

Überkreuzbewegungen
Ü
berkreuz gehen oder hüpfen. Der rechte Ellenbogen wird zum linken Knie geführt und umgekehrt. Näheres dazu in Punkt 4. bzw. im Artikel Eigenbalance.

Liegende Acht
Mit ausgestreckten Armen eine große liegende Acht in die Luft malen. Die Augen sind geöffnet und auf die Fingerspitzen gerichtet, der Blick folgt den Bewegungen der Hände.

Lateralitätsbahnung nach Dennison
Überkreuz gehen dabei nach links oben schauen und singen oder summen.
Homolateral gehen (Arm und Bein derselben Seite bewegen sich gleichzeitig) dabei nach rechts unten schauen und zählen.
Fingerspitzen beider Hände berühren sich. Dabei vorstellen, dass beide Gehirnhälften zusammenarbeiten (symbolische Integration beider Hemisphären).
Überkreuz gehen dabei in alle Richtungen schauen. Homolateral gehen dabei in alle Richtungen schauen. Überkreuz gehen und dabei ein X visualisieren.

Blickrichtungen ausgleichen
Eine Hand liegt auf dem Bauchnabel, Daumen und Zeigefinger der anderen Hand massieren sanft die Akupressurpunkte "Niere 27" (Vertiefungen unterhalb des Schlüsselbeins direkt am Übergang zum Brustbein).
Dabei mit den Augen langsame Kreisbewegungen entgegen dem Uhrzeigersinn ausführen

 

 

4.  Weitere Möglichkeiten aus dem Brain-Gym

Hier stelle ich Ihnen eine kleine Auswahl an weiteren Brain-Gym-Übungen vor. Das Brain-Gym besteht aus einer ganzen Reihe von Übungen, aber Sie können auch mit einzelnen Übungen schon die positiven Wirkungen erfahren.

Finden Sie ihre persönlichen Übungen

Dieser Abschnitt über das Brain-Gym kann Ihnen natürlich nur einen kleinen Einblick geben. Ich möchte Sie deshalb ermutigen, sich mit diesem Thema intensiver auseinanderzusetzen, vor allem wenn Sie selbst Kinder haben, die zur Schule gehen oder wenn Sie selbst viel lernen müssen. Das Brain-Gym kann mit viel Spaß von der ganzen Familie gemeinsam durchgeführt werden. Hierzu ist z.B. ein sehr kindgerechtes Buch erschienen: "Brain-Gym" von Paul E. und Gail E. Dennison. Weitere Übungen finden Sie z.B. in dem Buch "Brain-Gym im Büro". Für alle, die sich genauer mit dem Brain-Gym befassen wollen, sind die entsprechenden Bücher zu empfehlen, da dort die verschiedenen Übungen anhand von Zeichnungen oder Fotografien anschaulich vermittelt werden.

Überkreuzbewegung

Die Überkreuzbewegung ist eine sehr einfache Übung: Gehen Sie einfach auf der Stelle, ziehen Sie jeweils das eine Knie hoch und bringen Sie das Bein mit dem Ellenbogen des angewinkelten Arms der anderen Seite zusammen: Also das linke Bein mit dem rechten Ellenbogen und umgekehrt. Versuchen Sie diese Bewegung möglichst langsam und bewusst auszuführen.

Wirkung der Übung: Mit dieser Übung stimulieren Sie die Funktionen ihres gesamten Gehirns und der Stirnlappen. Das hat umfassende positive Auswirkungen auf sowohl geistige als auch körperliche Aktivitäten.

 
Elefant

Sie stehen aufrecht mit entspannten Knien. Legen Sie das linke Ohr auf ihre linke Schulter. Sie sollten das Ohr so dicht an die Schulter bringen, dass Sie so ein Stück Papier festhalten könnten. ihr Arm ist gestreckt. Nun malen Sie mit ausgestreckten Zeigefinger vor sich eine große liegende Acht in den Raum, indem Sie ihren Oberkörper von der Taille an dazu einsetzen. Beginnen Sie vom Körper aus mit der Bewegung nach links oben. Verfolgen Sie über die gesamte Acht hinweg ihre Fingerspitze mit den Augen. Machen Sie diese Übung 3 bis fünfmal mit jeder Seite.

Wirkung der Übung: Mit der Übung werden alle Bereiche ihres Geist-Körper-Systems aktiviert. Außerdem lösen Sie damit Verspannungen im Nackenbereich.

 
Schwerkraftgleiter

Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl. Strecken Sie die Beine nach vorne aus, so dass die Füße noch den Boden berühren, legen Sie ein Fußgelenk auf das andere und beugen Sie dann die Knie leicht. Atmen Sie nun langsam aus und beugen Sie sich dabei nach vorne unten in Richtung ihrer überkreuzten Füße. Ihre Arme lassen Sie gestreckt und parallel zu den Beinen. Beugen Sie sich nur so weit nach vorne, wie es Ihnen angenehm ist. Beim Einatmen richten Sie sich wieder in ihre ursprüngliche Sitzposition auf. Wiederholen Sie diese Übung so oft Sie mögen, mindestens aber drei mal. Dann überkreuzen Sie ihre Füße anders herum und machen die Übung noch einmal.

Wirkung der Übung - Sowohl langes Sitzen als auch Stress verursachen Verspannungen im Beckenbereich. Mit dieser Übung können Sie diesen Bereich entspannen und er wird besser durchblutet. Durch eine Entspannung erreichen Sie eine bessere Körperkoordination und ein besseres Gleichgewichtsgefühl. Außerdem wird die Auffassungsfähigkeit gesteigert.

 
Alphabet-Acht

Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und beginnen Sie nun in der Mitte des Papiers damit, liegende Achten übereinander zu zeichnen. Setzen Sie dabei den Stift nicht ab.

Zeichnen Sie nun drei solche Achten mit der rechten Hand und dann drei mit der linken Hand und zum Schluss drei Achten mit beiden Händen gleichzeitig. Ihr Blick sollte auf die Spitze des Stifts gerichtet bleiben (wenn Sie mit beiden Händen zeichnen, fixieren Sie immer eine Spitze).

Zeichnen Sie nun drei Achten mit der Hand, mit der Sie normalerweise schreiben und dann schreiben Sie ohne den Stift abzusetzen ein kleines "a" auf der linken Seite der liegenden Acht. Ohne den Stift abzusetzen, malen Sie dann weitere 3 liegende Achten und dann ein "b" auf der rechten Seite. Lassen Sie dann drei liegende Achten folgen, um dann ein "c" rechts zu malen und nach zwei weiteren Achten ein "d" links. Enden Sie mit drei liegenden Achten.

Wirkung der Übung: Diese schriftlichen Liegende-Acht-Übungen lösen Schreibblockaden auf und integrieren die beiden Gehirnhälften. Das setzt ihre Kreativität frei.

 
Double-Doodle (Simultanzeichnen)

Nehmen Sie sich ein großes Blatt Papier und in jede Hand einen Stift. Nun beginnen Sie mit beiden Händen gleichzeitig spiegelbildlich Figuren, Kringel und Kreise zu zeichnen. Am besten fangen Sie mit einfachen Formen an. Falls Ihnen diese Übung schwer fällt, können Sie beim Zeichnen laut "auf" oder "ab" sagen, um die gemeinsamen Handbewegungen zu koordinieren.

Wirkung der Übung: Mit dieser Übung fördern Sie die Koordination ihrer Augen und unterstützen die Augen-Hand-Abstimmung für eine bessere Schreibfertigkeit.

Zusatztipp für Profis: Versuchen Sie einmal mit beiden Händen gleichzeitig ihren Namen zu schreiben - mit der rechten Hand normal und links spiegelbildlich.

 

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